Newsletter November 2006
Sehr geehrte Damen und Herren,
inzwischen haben sich alle Blätter verfärbt und der kalte Wind vermittelt einen Vorgeschmack auf den nahenden Winter. Und auch wenn nicht mehr alles brandaktuell ist, was ich Ihnen zu berichten habe, hoffe ich Ihnen damit die anstehenden Winterabende ein wenig zu erhellen.
Vielleicht wundern Sie sich ja über den Spendenaufruf für eine Allee außerhalb unseres Gebietes. Wir machen uns stark für den Alleenschutz und dieser hört nicht an irgendeiner Gemarkung auf. Wir hoffen mit der Streuung dieses Aufrufes etwas für den Erhalt dieser wertvollen alten Bäume tun zu können.
Und wenn sich die Sonne ab und zu mal sehen lässt, besuchen Sie unser schönes Kleinod hier draußen vor den Toren Berlins und Potsdams. Bringen Sie sich in Adventsstimmung bei einem Spaziergang durch die Natur und dem Besuch einer ausgewählten Adventsveranstaltung.
Und ganz großen Dank an alle, die bei dieser Ausgabe mitgewirkt haben.
Viel Freude bei Ihren Aufenthalten in der Region und eine wunderschöne und besinnliche Adventszeit wünscht Ihnen
Ihre Sonja Maushardt
In unserem November - Newsletter lesen Sie:
Gesichtet: 70.000 Durchzügler in der Nuthe-Nieplitz
Von >Dr. Rainer Zelinski
Unsere Wintergäste, die nordischen Saat- und Bläßgänse, sind nun in großer Zahl in der Nuthe-Nieplitz-Niederung eingetroffen. Nach Information von Dr. Kalbe, dem Leiter der Arbeitsgruppe Ornithologie im Landschafts-Förderverein, wurden Anfang November etwa 70.000 Gänse gezählt. Wenn man sich morgens ihren Schlafplätzen auf den Seen der Niederung nähert, so ist schon von weitem ihr markantes Geschrei zu hören. Die Lautstärke steigert sich noch beträchtlich, wenn neblige Witterung vorherrscht, da dann die Gänse ihre Kontaktrufe intensivieren. Von der neuen Beobachtungsplattform am Riebener See oder vom Beobachtungsturm bei Stangenhagen lässt sich dieses Geschehen aus der Nähe erleben. Mit etwas Glück spiegelt sich der rote Morgenhimmel im Flachwassersee bei Stangenhagen und bereitet ein reizvolles Bild mit den Silhouetten der schwimmenden und teils vom Nebel verhüllten Gänse. Frühes Aufstehen ist aber angesagt, da die Gänse noch vor den Kranichen in großen Trupps aufbrechen (ab etwa einer Dreiviertelstunde vor Sonnenaufgang).
Einige Trupps kehren nochmals zum Schlafplatz zurück, bevor sie endgültig in Richtung Äsungsflächen unterwegs sind.
Auf den Feldern sind die beiden Gänsearten gut durch ihr Aussehen an Kopf und Schnabel unterscheidbar (redaktioneller Hinweis: siehe Portraitfotos). Für die Saatgans typisch ist der orangefarbene Schnabel mit schwarzer Basis. Bei der Blässgans dagegen ist der Schnabel rosafarben mit auffälligem weißen Feld um die Schnabelbasis bis auf die Stirn. Ein zusätzliches Merkmal für die Blässgans ist die schwarze Bauchbänderung.
Im Jugendkleid fehlen Blässe und Bauchbänderung, jedoch ist der Schnabel nicht so schwarz gefleckt wie
bei der Saatgans.
Fruchtige Bilanz:
3.200 Liter Apfelsaft und 12 neue Paten mit 17 Bäumen
Von >Sonja Maushardt
Die Streuobstwiese ist zu jeder Jahreszeit wunderschön, so eine der vielen Besucherinnen des diesjährigen Streuobstwiesenfestes, und deshalb bin ich auch Baumpatin! Zwölf neue Baumpaten konnten gewonnen werden, beim fünften Vermostungsfest in Stangenhagen. Veranstaltet wird dies vom Landschafts-Förderverein gemeinsam mit der Naturparkverwaltung und der Schäferei Ritter und Köhler. Vor Ort kann man andere Baumpaten treffen, frisch gepressten Streuobstwiesenapfelsaft trinken, sich mit Apfelexperten, den sogenannten Pomologen, unterhalten und durch die Marktstände rundherum mitbekommen, was es so alles im Naturpark Nuthe-Nieplitz gibt.
Und nicht nur bei den Gewinnerinnen und Gewinnern sieht man lachende Gesichter. Beliebt sind auch die Kremserfahrten über die Streuobstwiese und der Gang durchs Apfellabyrinth. Interessierten Teilnehmern der Streuobstwiesenführung eröffneten sich einige neue Erkenntnisse über Arten und Lebensräume, die eine solche Streuobstwiese bietet. Und auch bei der Lammbonitur des Gottländischen Schafzüchterverbandes konnte man viel erfahren über die Auswahlkriterien für die Zuchtlämmer.
Und wer das Fest in diesem Jahr verpasst hat, kann sich gleich den Termin fürs nächste Jahr notieren: Am Samstag, den 29. September 2007 wird das 6. Vermostungsfest im Rahmen des Eröffnung des Wild- und Erlebniszentrums Glauer Tal stattfinden. Wir hoffen auf weitere Baumpaten, denn was gibt es schöneres, als Geschenke der Natur zu fördern? Und wer nicht bis nächstes Jahr warten möchte, kann auch gleich >Baumpate werden.
Projekt des Monats:
Spendenaufruf für die Allee Rüdnitz-Danewitz
Von >Andreas Steiner
Die Allee Rüdnitz-Danewitz ist eine der ältesten und schönsten, noch zusammenhängenden Ahornalleen im Land Brandenburg. Mit ihrem geschlossenen Kronendach stellen die 726 Bäume einen wertvollen Landschaftsbestandteil und ein touristisches Highlight im Barnim dar.
Im Zuge von Straßenverbreiterungsarbeiten will die Kreisverwaltung Barnim die Allee komplett beseitigen. Über 2 Millionen Euro an EU- Mitteln sollen in ein schlecht vorbereitetes Projekt verbaut werden. Für die insgesamt 4.700 Meter lange Kreisstrasse, die lediglich von etwa 250 Fahrzeugen pro Tag frequentiert wird, würden die Kosten in den zwei Bauabschnitten damit mehr als 400 Euro pro laufendem Meter betragen. Tatsächlich aber wäre die deutlich günstigere Erneuerung der Fahrbahnoberfläche aus verkehrstechnischer Sicht völlig ausreichend.
Die Komplettrodung der mehr als hundert Jahre alten, überwiegend vitalen, bruchsicheren und standfesten Alleebäume würde eine Naturzerstörung ungeahnten Ausmaßes bedeuten. Hinzu kommt, dass „Dämme eingerissen werden“ und es zukünftig um den Schutz weiterer Alleenaltbestände in Brandenburg schlecht bestellt wäre. Ein Präzedenzfall und ein Politikum also.
Die neuesten politischen Entwicklungen in der Angelegenheit Allee Rüdnitz-Danewitz sind besorgniserregend. Noch vor zwei Wochen schien sie gerettet zu sein. Dann vollzog das Landesumweltamt (LUA) eine Kehrtwende und hat sich in der Frage der Alleefällung plötzlich für nicht zuständig erklärt. So gab das LUA, vermutlich auf Druck des Umweltministers Dietmar Woidke, die Entscheidungsbefugnis unverständlicherweise an die Kreisverwaltung Barnim zurück. Nun besteht die Gefahr, dass die Untere Naturschutzbehörde erneut dem Antrag des Bauordnungsamtes für die Komplettrodung eine Genehmigung erteilt. Ein Paradoxon: Denn die Behörden des Landesumweltamtes haben sich lediglich in der Sache für nicht zuständig erklärt, keineswegs jedoch ihre fachlich fundierten Argumente zurückgezogen, die eine Beseitigung der Allee aus naturschutzrechtlichen sowie aus Gründen des Gemeinwohls verbieten.
Nun wird die letzte Möglichkeit für den Erhalt der Allee wohl nur noch im Klageweg liegen. Als gemeinnütziger, anerkannter Naturschutzverband erklärte sich die Grüne Liga Brandenburg e.V. bereit, rechtliche Schritte einzuleiten. Allerdings ist sie auf Spenden angewiesen. Eigene Mittel sind nicht vorhanden.
Ich möchte Sie daher eindringlich bitten, für den Erhalt der Allee zu spenden. Die zweckgebundenen Spenden können steuerlich geltend gemacht werden. Ich habe bereits einen Betrag auf das Spendenkonto überwiesen und damit den ersten Schritt getan. Meine Mitstreiter und ich sind als Alleenbefürworter für jeden gespendeten Euro dankbar. Denn dieser Naturfrevel muss verhindert und der Steuergeldverschwendung als Folge einer
blinden Fördermittelpolitik Einhalt geboten werden.
Weitere Hintergrundinfos finden Sie bei >www.google.de unter dem Stichwort "Allee Rüdnitz- Danewitz" bzw. unter >www.der-ruednitzer.de
Das Spendenkonto:
Grüne Liga Brandenburg e.V.
Kontonummer 2000 55 000
VR Bank Lausitz, BLZ 180 626 78
Stichwort: Allee Rüdnitz-Danewitz
Vorab herzlichen Dank für Ihre Hilfe!
Dr. Andreas Steiner,
Altenhofer Straße 4,
16227 Eberswalde,
Tel: 03334 - 299746
Aus-Flug mit Tücken
Von >Sonja Maushardt
Einen großen Schreck hatten wohl beide: Der Eisvogel und unser Vereinsmitglied Frau Thomas aus Löwendorf. Wie so oft, war mal wieder der Eisvogel zu Gast in ihrem Garten. Normalerweise, so Frau Thomas, vergnügt er sich am Gartenteich, solange er sich unbeobachtet fühlt. Im Spätsommer jedoch, an diesem sonnigen Tag, hörte sie plötzlich einen dumpfen Schlag. Beim Nachschauen fand sie einen sehr benommenen Eisvogel vor, der trotz großen schwarzen Vogelaufklebern, gegen ihre Wohnzimmerscheibe geflogen war. Zum Glück hatte er keinen Flügel gebrochen und auch sonst schien alles in Ordnung. War wohl bei beiden mehr der Schreck. Dieser legte sich wieder, nachdem der Vogel wieder auf und davon geflogen war.
Vorher ergab sich noch die seltene Möglichkeit, diesen wunderschönen und seltenen Vogel ganz nah zu fotografieren. Frau Thomas hat uns diese Fotos netterweise für den Newsletter zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür, Frau Thomas!
Obwohl der Eisvogel so bunt ist, ist er farblich doch hervorragend an seine Umgebung angepasst. Sein blauer Rücken verschmilzt mit der Farbe des Wassers, seine orange rostfarbene Unterseite lässt ihn im Baum sitzend unsichtbar werden. So ist der Eisvogel sehr unauffällig, wenn er in Zweigen sitzt, die über das Wasser hängen. Am ehesten wird man durch den Ruf auf ihn aufmerksam, den er beim schnellen Flug direkt über der Wasserfläche ausstößt, einen lauten, durchdringenden, hohen Pfiff. Selten sieht man von diesem scheuen Vogel mehr als seinen über der Wasserfläche dahinjagenden leuchtend blauen Rücken.
Wie die Farben des Eisvogels schon vermuten lassen, ist der Schwerpunkt der Verbreitung dieser Vogelfamilie vor allem in den Tropen. Allerdings kommt unser Eisvogel sogar erstaunlich weit im Norden vor und bewohnt auch Irland, Schottland und Mittelschweden. Fast nirgendwo mehr ist er noch häufig. Nach Serien milder Winter kann er allenfalls an sauberen Flüssen und Altwässern noch relativ gute Bestandsdichten erreichen. Vielerorts ist er bereits vom Aussterben bedroht oder ganz verschwunden. Bei uns in der Nuthe-Nieplitz-Niederung gibt es noch einige Exemplare dieser schönen Vögel. Vielleicht haben Sie ja auch mal das Glück diesen Vogel ganz aus der Nähe betrachten zu können...
Geladen zum Familientreffen
im Thümen'sche Stammschloß Blankensee
Von >Sonja Maushardt
"Bringen Sie Mitgliederformulare mit, denn wir werden viele Trebbiner zu Gast haben, die wahrscheinlich noch nicht Mitglied sind. Ich will es jedenfalls werden!" - so Herr Thilo von Thümen in seiner Einladung zum Familientreffen derer von Thümens an den Vorstand des Landschafts-Fördervereins Anfang September.
Und so war es auch, am 10. September unterschrieb Herr Thilo von Thümen aus Frankfurt die Beitrittserklärung als Fördermitglied des Landschafts-Fördervereins.
Aufmerksam auf die Arbeit und die Verdienste des Vereins wurde er beim Durcharbeiten der randvollen Bananenkisten, die er von seinem Vater bekommen hat. Alle Informationen zum ehemaligen Familienbesitz hatte dieser gesammelt, darin auch ein Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den Landschafts-Förderverein und seinen Aktivitäten aus dem Jahr 1993. Einladen wollte er den Vorstand dieses tollen Vereins, der so viel für die Verbesserung der Landschaft getan hat, die mehr als 725 Jahre zum Familienbesitz gehörte. Dank "Google" fand er auch die Internetseite und damit eine Adresse, an welche die Einladung versandt wurde.
Sein Wunsch ist es, die Landschaft nicht zu sehr zu renaturieren, sondern unter Mitwirkung der Menschen vor Ort, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Er selbst wünscht sich weitere Fördermitglieder und Ehrenamtliche, die, wie er, als Lobbyisten Freundschaften für das Land und die Leute schließen und pflegen.
Möchten auch Sie Mitglied in unserem Verein werden? Dann werden Sie aktiv und übersenden uns die >Beitrittserklärung oder fordern weitere Informationen unseres Vereins an >Email. Wir freuen uns auf Sie!